Drohnen – für den perfekten Überblick

Mit Drohnen Luftaufnahmen von oben machen. Das ist im Trend. Vor allem für Unternehmen. Doch wie sehen es Privatpersonen? Jasmin Taher über alles «Gute», was von oben kommt …

So ganz prinzipiell finde ich es gut, wenn man den Überblick behält. Damit meine ich aber eigentlich, den Überblick, Sachlagen, Projekte und Prozesse zu überblicken. Den Überblick und Einblick, den man erhält, wenn man mit Drohnen schier grenzenlos Einblicke auch in private Bereiche erhalten kann, finde ich kritisch.

Meine Nachbarn von Gegenüber sind sich dessen bewusst, dass man ihnen ins Fenster schauen könnte. Sie haben Verdunklungsrollos angebracht, die auch tagsüber nie hochgezogen werden. (Die Vormieter hatten übrigens weder Vorhänge noch Rollos.) Auf der Nordseite haben wir Vorhänge. An der Südseite haben wir bewusst darauf verzichtet, denn der nächste Nachbar, der uns ins Fenster reinschauen könnte – wir reden von 500 Metern Luftlinie oder mehr – bräuchte wahre Adleraugen, um uns ins Wohnzimmer blicken zu können. Mit einer Drohne – bestückt mit einer hochauflösenden Kamera und nahezu unbegrenztem Datenspeicher – könnte jedermann, jederzeit und ohne zu fragen in unsere Privatsphäre, einen eigentlich geschützten Raum, eindringen.

Mit einer solchen Drohne könnte man jedoch auch – ohne grossen Aufwand und ohne Menschen in Gefahr zu bringen – einen perfekten Überblick erhalten. Denken Sie an den Einsatz der Drohne nach einer Katastrophe, wie beispielsweise dem Super-GAU in Fukushima; oder nach einem Unfall in unwegsamem bergigem Gebiet. Danke der Aufnahmen der Drohnen kann man so optimal Fortschritte dokumentieren, etwaige Probleme aufdecken oder Rettungseinsätze koordinieren.

Schutz der Privatsphäre ist unbedingt nötig

Beobachtet werden wir doch sowieso. Satelliten kreisen stetig über uns und machen – ohne uns zu fragen und ob wir nun wollen oder nicht – ziemlich gut auflösende Aufnahmen von unseren Häusern und Gärten. Mit Google Earth oder Google Maps kann ich mir zum Beispiel das Büro von meinem Chef von oben anschauen. Man sollte es nicht glauben, man kann sich mit der Google-Streetview-Ansicht sogar bei wunderbarem Wetter durch Bäretswil bewegen und das Gebäude von aussen betrachten. Der grosse Aufschrei über die Streetview-Aufnahmen ist längst verhallt. Dabei gefährdet Streetview die Privatsphäre des Einzelnen ebenso wie bei ein ungeregelter Einsatz von Drohnen.

Streetview und Luftbild-Ansicht räber marketing

Streetview Ansicht räber marketing

Es gibt es in der Schweiz Regeln für den Einsatz von Drohnen ab 0,5 kg. Man benötigt beispielsweise eine Bewilligung, um im Freien näher als 100 Meter an eine Menschenansammlung fliegen zu dürfen. Ausserdem darf man nur in mehr als 5 km Entfernung von den Pisten eines zivilen oder militärischen Flugplatzes fliegen. Aber langt das?

Es steht nichts davon drin, dass man keine Bildaufnahmen der Wohnzimmerfenster von Blog-Autorinnen machen darf. Es ist nicht geregelt, dass man – wenn es beispielsweise in der Nachbarschaft brennt – die Löscharbeiten nicht mit herumfliegenden Drohnen behindern soll (vgl. auch Brand in der Weltkulturerbe-Altstadt von Lærdalsøyri (Norwegen) im Januar 2014).

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Der Kampf der Könige der Lüfte

Da man sich leider nicht immer auf den Kooperationswillen und die Einsicht von Drohnen-Besitzern verlassen kann, sind wohl eine strenge Regulierung und die Verfolgung von Zuwiderhandlungen nötig.

In anderen Ländern stellen private Drohnen übrigens auch ein Problem dar, vor allem, wenn sie an verbotenen Stellen eingesetzt werden oder Menschen gefährden. In Rotterdam testet die niederländische Polizei – neben technischen Methoden, wie z. B. der Manipulation der Drohnen-Fernsteuerung – bereits erfolgreich den Einsatz von Adlern im Kampf gegen die kleinen Fluggeräte. Die Adler fangen die Drohnen einfach im Fluge und bringen sie auf den Boden.

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